Allgäu-Triathlon aus der Sicht der Wettkampfrichter

Sabine und Wolfgang durften am Wochenende mal aus Sicht des Wettkampfrichters den 32. Allgäu Triathlon erleben. Normalerweise bereitet man sich als Triathlet am Vortag mit dem Zusammensuchen der Wettkampf-utensilien (Wettkampfkleidung und Neoprenanzug, Startnummernband, Sonnenbrille, Helm, Rad- und Laufschuhe, Schwimmbrille, Gels, Trinkflaschen, usw.) vor.

Als Kampfrichter ist es nicht viel anders. Hier muss man genauso überlegen welche Kleidung und Utensilien du mitnimmst. Eingepackt haben wir: Gummistiefel, ein paar feste Schuhe, Regenkleidung (Hose und Jacke), Handschuhe und Mütze (der Wetterbericht sagte ja Regen und kühles Wetter voraus), Kampfrichteranorak, -weste, -kappe, -ausweis, Gelbe und Rote Karte (die schwarze Karte für das Radeln fehlt noch – hoffentlich muss ich nicht aufs Motorrad), Trillerpfeife, Kugelschreiber, Kampfrichterzettel zum Notieren der Verstöße,  Uhr, Korken (Ersatz für Stöpsel bei fehlende Lenkerenden), Schnurr, Kabelbinder, Kreide, Bandmaß, etc…

 

Wir reisten schon am späten Samstagnachmittag in Immenstadt an. Dort trafen wir uns mit dem Kampfrichterobmann Stefan Rothmaier, der für Schwaben zuständig ist. Er erzählte uns, dass er im Vorfeld für die Veranstaltung schon dreimal nach Immenstadt gereist ist um sich die Gegebenheiten wie Wettkampfstrecke beim Radeln und Laufen, Wechselzonen, Schwimmstrecke  usw. zu checken, damit die Athleten am Wettkampftag optimale Bedingungen vorfinden. Ich glaube dies wissen die Athleten oft nicht, wie viel Aufwand dahinter steckt, um eine solche Veran-staltung zu organisieren.


Wir radelten von Bühl nach Immenstadt, um an der Wettkampfbesprechung und Pastaparty  teilzunehmen. Hier trafen wir auch die restlichen von insgesamt zehn Wettkampfrichtern und viele Athleten die wir kannten. Es wurde grob die Einteilung und der Treffpunkt für den folgenden Tag besprochen. Hierbei lernten wir auch Hannes Blaschke den Organisator der Veranstaltung kennen. Trotz des Stresses, den er hatte, war er super locker drauf und immer für eine freundliche Antwort zu haben.

 

Am Sonntagmorgen klingelte dann der Wecker um 04:30 Uhr. Das erste, was wir hörten, war das heftige Prasseln des Regens auf das Dach des Wohnmobiles. Die Stimmung war nicht gerade optimal, denn das Thermometer zeigte auch nur 8 Grad Celsius an. Somit war klar, dass  heute zuerst einmal die Regenkleidung und Gummistiefel angezogen werden müssen. Um 05:00 Uhr war dann Kampfrichterbesprechung, in der besprochen wurde,  wie und wo jeder der Richter eingeteilt ist. Zum Glück musste ich nicht auf das Motorrad bei diesem Wetter. Bine und ich waren zum Rad-Check-In und in der Wechselzone 1 (Schwimmen-Rad) und zum Schluss auf der Laufstrecke (mit dem Rad) eingeteilt.

Beim Rad-Check-In ab 05:30 Uhr und strömenden Regen (wir Kampfrichter konnten uns unter einem Pavilion stellen) mussten wir darauf achten, dass  die Startnummer am Rad und Helm geklebt war. Außerdem achteten wir darauf, ob an den Enden der Lenker die Stöpsel befestigt sind (hier hat ziemlich oft der Stöpsel gefehlt und musste dann mit einem Stück Korken ersetzt werden, denn die Enden dürfen wegen der Verletzungsgefahr beim Sturz nicht offen sein). Ferner mussten wir die Athleten desöfteren darauf aufmerksam machen, dass diese ihren Helm geschlossen aufzuziehen haben (auch  Faris-Al-Sultan), wenn sie ihr Rad einchecken. Auch erklärten wir oft, dass der Wechselbeutel mit den losen Sachen an den entspre-chenden Ständer hinterlegt werden müssen und das am Rad nur Helm und Schuhe sein dürfen.  Man ist als Kampfrichter auch Auskunftsbüro.

Hier war es uns Kampfrichtern nicht immer gleich möglich  Auskunft zu geben, doch es wurde immer versucht die Probleme der Athleten zu lösen. Hier muss man den vielen Helfer aus Hannes Team ein großes Lob aussprechen, denn alle haben gleich versucht die Probleme aus der Welt zu schaffen.

Um 07:45 Uhr hieß es dann, dass die Wechselzone geräumt werden muss, da die Frauen schon unterwegs waren. Immer wieder hatten einige  Athleten etwas vergessen. Entweder wollten sie noch ein wärmeres Trikot, Ärmlinge, Startnummern, Sonnenbrillen und Sonstiges in den Wechselbeutel hinterlegt haben oder der Athlet war einfach zu spät angereist und konnte sein Rad nicht rechtzeitig in die Wechselzone stellen. Aber zum Glück gingen wir hier die Sache ein wenig locker an und konnten hoffentlich alle Triathleten bei ihrem Ziel den heutigen Wettkampftag zu überstehen unterstützen.

Gegen  09:50 Uhr war dann die Wechselzone 1 fast leer und es wurde nur eine gelbe Karte von mir gezogen, da ein Athlet seinen Neo beim Rad ausgezogen hatte und seine Schwimm-sachen liegen ließ. Danach mussten Bine und ich zur Wechselzone 2 (Rad – Lauf). Dazwischen noch kurz einen Kaffee und ein Stück Kuchen in der Verpflegungsstelle der Helfer im Alpseehaus. Hier muss man dem netten Verpflegungsteam ein großes Lob aussprechen für die große Auswahl an Kuchen, Wurst, Käse und Getränken. Das Rad geholt und gewartet bis die ersten Radler der Olympiadistanz zum Laufen gingen. Bine und  ich waren ein wenig unsicher, da wir nicht wussten wie die Laufstrecke verlief. Sie wurde ja noch geändert. Die Helfer vorort konnten uns hier dann die entsprechenden Informationen geben und uns selber ein wenig Unsich-erheit nehmen.

Auf der Laufstrecke verbrachten Bine und ich ca. drei Stunden und achteten darauf,

dass....

- kein anderer mit dem Fahrrad neben einen Läufer fährt, 

- nicht wild gepinkelt wird,

- keine leeren Gels außerhalb der Verpflegungsstationen

  (100 m vor und nach der Verpflegung) weggeschmissen werden,

- die Laufstrecke richtig kanalisiert ist,

- keiner abkürzt beim Laufen oder sich sonst rücksichtlos verhält.


Hier haben sich alle Triathleten, die wir gesehen haben,  fair verhalten und es gab keinen Anlass eine gelbe oder rote Karte zu ziehen.

Von 14:00 – 15:00 Uhr war dann schon Kampfrichternachbesprechung. Hier wurde der Wettkampf nochmal aufgerollt; wer-wann-wo „Karten“ vergeben hat, was gut gelaufen ist,  wie wir den Wettkampf empfunden haben, was noch verbessert werden könnte. Hier kam auch nochmal Hannes vorbei und bedankte sich bei allen Kampfrichtern. Er schenkte uns allen noch ein Wettkampfshirt und so konnten wir bald danach nach Hause fahren und erreichten unser Ziel um 17:00 Uhr.

Fazit: Es war nett einmal auf der anderen Seite zu stehen und beitragen zu können, dass ein solch großes Triathlon-Event,  das zu den zehn größten in Deutschland zählt, von statten gehen kann. Es war auch nett, Leute aus anderen schwäbischen Vereinen, die Wettkampfrichter sind und sonstige Sportler aus aller Welt, kennenzulernen. Aber nächstes Jahr, wenn es die Gesundheit zulässt, möchte ich doch selber bei diesem Event starten und dann möchte ich beim 33. Allgäu Triathlon „Classic“  zu den Athleten gehören, die dieses Ziel erreicht haben (Hut ab vor allen, die dieses Jahr bei diesen Wetterbedingungen gestartet sind).

Sabine Kaspar-Gawens und Wolfgang Gawens

Vielleicht finden wir ja Triathleten/Mitglieder aus unserem Verein, die für mich/uns dann nächstes Jahr die Vertretung übernehmen,  wenn ich/wir starten. Ich/wir vertreten ihn dann das folgende Jahr – denn ohne Kampfrichter ist ein „Triathlon-Event“ nicht möglich. Ferner spart sich die Abteilung auch die Fehlabgabe von 100 Euro pro zehn Startpassinhaber. Dies sind dieses Jahr 300 Euro. Wer Lust hat Wettkampfrichter zu werden, wende sich einfach an die Abteilungsleitung. Es  sollten zwei Wettkämpfe pro Jahr als Kampfrichter absolviert werden.

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Kommentare: 3
  • #1

    Edi (Mittwoch, 27 August 2014 11:14)

    Hut ab! Bine, Wolfi großes Dank für geleistete Engagement !

  • #2

    Stefan (Donnerstag, 28 August 2014 08:07)

    Ein interessanter Bericht aus einer anderen Perspektive. Also ich mach die Ausbildung auch.

  • #3

    Gere (Montag, 01 September 2014 20:54)

    Nochmals vielen Dank an Sabine und Wolfgang für die schnelle Hilfe nach meinem vorzeitigen Ausscheiden..... für die warme Jacke und Begleitung bis zur Wechselzone. Ohne euch hätte ich nicht überlebt !!!

13. Buxachtal-Lauf

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