Ein persönlicher Bericht von Peter und Yvonne Diemer:
Peter:
„Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden wahr: Schönstes Wetter, heiße Temperaturen, super Sonnenschein. Das erste wirklich warme Wochenende in diesem Jahr. Klingt normalerweise nach einem Traumaufenthalt an der Elbe. Das Problem dabei: Wir wollten einen Marathon laufen, 42,195 KM von Königstein nach Dresden. Temperaturen weit jenseits der 20°-Marke. Und das nach einem langen und kalten Winter, in dem es sogar während unseres Trainingslagers auf Malle geschneit hat!
Schon beim Start um 9:40 Uhr brannte die Sonne erbarmungslos auf das etwa 1.200 Teilnehmer starke Feld herab.
Die Sonne wurde zum ständigen Begleiter, da ca. 95 % der Strecke nicht beschattet sind. Nach einem recht flotten Anfangstempo (unter 4 min/km) in einer etwa 15-köpfigen Spitzengruppe (die zwei
erstplazierten Polen liefen da schon vornweg), zerfiel die Gemeinschaft wegen des Tempos und der Temperaturen bereits an der ersten Verpflegungsstelle nach 7 km in kleinere Gruppen. Spätestens
nach der Stadt Pirna (KM 19) entwickelte sich das Rennen zumindest an der Spitze zu einem echten Einzelkämpferrennen. Dies war auch der Zeitpunkt, an dem ich mich von meiner anvisierten Zielzeit
von unter 2h50min verabschiedete und nur noch versuchte, mit einem guten Rhythmus und Tempo durchzukommen, ohne irgendwann völlig einzugehen. Zumal uns auch ein erfrischender Wind, der sonst
üblicherweise an der Elbe bläst, verwehrt blieb. Dass dies eine sehr gute Entscheidung war, zeigte sich mit jedem weiteren Kilometer, da ich nach und nach vor mir platzierte Läufer überholen
konnte. Insbesondere auf den letzten Kilometern sammelte ich wieder Läufer ein, die lange vorher aus meinem Blickfeld verschwunden waren. Das Tempo und die Hitze mit daraus resultierender
Dehydrierung forderte seinen Tribut. Im Ziel reichte es dann mit einer Zeit von 2:53:39 zu einem sensationellen Gesamtplatz 6 und Platz 1 in der AK. Das entschädigte für die Quälerei auf dem
härtesten Marathon, den ich bisher gelaufen bin.“
Yvonne:
“Trotz einer Verletzung, die mich daran hinderte eine gute Marathonvorbereitung zu absolvieren und
trotz der viel zu warmen Temperaturen, habe ich den für mich bislang härtesten Marathon bestritten. Den Halbmarathon überlief ich in 1:45 h und bis Kilometer 35 war ich mir sicher, dass ich den
Marathon in 3:35 h finishen kann. Leider forderte die Hitze dann auch bei mir ihren Tribut. Auf den noch verbleibenden 7 Kilometern krampfte meine Wade mehrfach und ich musste immer wieder stehen
bleiben, um sie auszudehnen. Es kostete mich gut 10 Minuten und ich durfte zuschauen, wie die Läufer an mir vorbeizogen. Dennoch kämpfte ich mich durch und erreichte das Ziel nach harten 3:44 h.
Was Platz 5 in der AK und Platz 20 in der Damenwertung bedeutete.“